Wie Ihr schon wisst: Wir ticken ein bisschen anders als die meisten Unternehmen, selbst die in der „New-Work-Branche“, sofern es so etwas gibt. Wir beziehen nicht nur unsere Kolleg*innen außerhalb der Unternehmensgrenzen in die Unternehmensführung und -gestaltung mit ein, sondern wir sind auch interessiert an den Perspektiven und der Meinung unserer Partner zu essentiellen Momenten unseres Unternehmens. In diesem Fall: Unsere Gründung. Im Folgenden findet Ihr die Sichtweise von Tanja Misiak, Gründerin und Geschäftsführerin des elterngartens, einem unserer Partner. Sie war nicht direkt an der Gründung beteiligt, wusste aber schon eine ganze Weile vor unserem Websitelaunch über uns und unsere Vorhaben Bescheid. Viel Spaß!

Tanja Misiak, Gründerin und Geschäftsführern des elterngarten

Als mir Andreas im späten Frühjahr 2017 von seiner Idee des Jobportals für selbstbestimmte Arbeit erzählte, war ich völlig begeistert. Hinter mir lag gerade ein gutes Jahr „Elternzeit Basecamps“ mit Eltern in Elternzeit. Zu uns kommen super gut ausgebildete Menschen mit tollen Berufserfahrungen. Sie sind durch die Bank hoch-motiviert. Sie kommen zu uns, weil sie gerade eine der intensivsten Veränderungen ihres Lebens durchmachen: Familiengründung. Wer denkt, dass heutzutage frisch gebackene Eltern ihre Elternzeit nur und ausschließlich auf ihre Babys ausrichten, der irrt. Elternzeit ist für viele eine Zeit der Zäsur. Vor allem für die, die Ihr Leben gerne selbst in die Hand nehmen und sich weiterentwickeln möchten. Die Elternzeit ist perfekt zum Innehalten, Reflektieren und um sich die Frage zu beantworten: Wie will ich wirklich leben und arbeiten? Im Babyalltag gibt es viele Möglichkeiten nachzudenken, Pläne zu schmieden und sich auszuprobieren – auch jenseits der (beruflichen) Felder, in denen man bisher so unterwegs war.

Fast alle unserer Teilnehmenden – zu 98% Frauen – hatten das gleiche Anliegen. Sie suchten Möglichkeiten, ihre hohen beruflichen Ambitionen und ihren Tatendrang zu kanalisieren, einen Beitrag zu leisten, eine Tätigkeit zu finden, die jetzt für sie auch noch Sinn machte. Und einfach mit einem neuen Leben mit Kindern und Familie vereinbar war. Für alle bedeutet der Job immer viel mehr als Brötchen verdienen. Sie lieben ihre Arbeit- und Ihre Familien.

Während unserer ersten Elternzeit Basecamps lernten wir, was der Traum der meisten hoch qualifizierten Mütter war, die zu uns kamen: die Selbstständigkeit. Doch war das so? Als Coaches sind wir ja gewohnt Dinge zu hinterfragen. Und fast jedes Mal, wenn wir gemeinsam hinter den Wunsch der Selbstständigkeit blickten, zeigte sich ein weiteres gemeinsames Muster. Konkrete Business Ideen gab es eher selten, Risikobereitschaft auch eher nicht. Vielen Teilnehmenden war es sogar oft egal, welche Branche sie ins Visier nehmen würden. Hauptsache… ja, was blieb übrig vom Wunsch zur Selbstständigkeit? Worum ging es wirklich?

Die Antworten waren repräsentativ meist ungefähr so:

„Ich möchte einen Beitrag leisten dürfen, der meiner Qualifikation entspricht. Ich möchte wieder für meinen Job brennen, tolle Projekte machen, Teil eines tollen Teams sein, sinnvoll und wertebasiert unterwegs sein und weiter durchstarten. Ich möchte arbeiten dürfen, wann und wo ich will und kann.“

Das heißt: Es ging um Selbstbestimmtheit, viel mehr als um Selbstständigkeit!

Wir fanden es einfach nur krass, dass dieses Bedürfnis der selbstbestimmten Arbeit bei einer ganzen Elternzeit-Generation so verbreitet zu sein schien. Und dass es auf der Arbeitgeber-Seite niemanden interessierte – dieser Eindruck wurde uns in den Basecamps zumindest so vermittelt. Wir sprechen heutzutage vom Fachkräftemangel und tausende junge Menschen „verschwinden“ in die Elternzeit und werden nicht mehr gesehen. Mit all ihren Fähigkeiten, Erfahrungen, Ideen und vor allem den Wunsch, loszulegen! Und zwar mit Familie! Nur weil sie nicht mehr in ein Korsett an Präsenzstunden und synchronem Arbeiten herein passen, wird auf einmal ihr Potenzial nicht mehr erkannt. Ein Wahnsinn, dachte ich mir!

Zum Glück kam ich aus einer anderen Unternehmenskultur und ich hatte vor meiner ersten Elternzeit in einer hoch-partizipativen Welt gearbeitet. Ich war fassungslos ob unserer Basecamp-Erfahrungen und der Mainstream-Arbeitswelt da draußen. Doch ich konnte mir es auch gut anders vorstellen. Wir verbanden das Thema New Work mit dem Elternzeit-Thema. Ich sehe heute zwei Wege, wie Teilnehmende aus den Elternzeit Basecamps kommen können:Bestenfalls sehen die Arbeitgeber die Bedürfnisse ihrer neuen Eltern als Chance ihren Weg zur neuen Arbeitswelt zu gestalten und selbstbestimmte Arbeit zu fördern – für eine Mitgestaltung wären ihre Mitarbeitenden rund um die Elternzeit sicher hoch-motiviert.

Der alternative Weg ist priomy. Hier können die neuen Eltern ihre Arbeitgeber finden, die auf dem Weg zur neuen Arbeitswelt schon etwas weiter sind und bessere Möglichkeiten haben die sonst brach liegenden Talente der neuen Eltern zu nutzen.

Daher freue mich nun riesig auf die Zusammenarbeit mit Andreas und dem priomy-Team. Wir gestalten die neue Arbeitswelt- und machen damit hoffentlich nicht nur die Unternehmen erfolgreicher, sondern deren (neue) Mitarbeitenden und deren Kinder auch glücklicher. Die gesellschaftliche Perspektive finde ich wunderbar.

 

Herzlich
Tanja

 

Bildnachweis

  • Beitragsbild: Screenshot Website elterngarten
  • Tanja Misiak 1 + 2: Tanja Misiak
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  1. […] „elterngarten„, Tanja Misiak, einem unserer aktuellen Kooperationspartner, die auch ihre Perspektive auf unsere Gründung hier in unserem Blog veröffentlichte. Sie erzählte in unserem Kennenlerngespräch, dass viele Menschen in Elternzeit anfangen über […]

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