Geschafft! Ich kann es kaum glauben, aber unsere 1. (Un)Konferenz mit dem Titel „Die Angst vor der Freiheit“ ist vorbei. So muss es sich anfühlen, wenn sich alles in einer supermassive black hole verdichtet und verschwindet – Wochen und Monate voll intensiver Arbeit auf einen Punkt komprimiert werden und der sich plötzlich auflöst. Wow!

Aber zurück auf Anfang. Heiko, Stefan, Franciska und ich wuselten am Donnerstag wie die Ameisen durch die CRCLR Halle und hatten den finalen Aufbau gewuppt, die letzten Absprachen getroffen, die letzten Telefonate, E-Mails und Nachrichten durch Raum und Zeit gehauen und die letzten Bestellungen und Einkäufe erledigt. Andreas musste wegen privater Angelegenheiten zu Hause bleiben und bediente den Tag über die Social Media Kanäle, telefonierte dem Caterer hinterher und wickelte Fragen, Buchungen und Rechnungen von Teilnehmenden ab, die sich kurz vor knapp noch angemeldet hatten. Vermutlich waren wir alle in einem diffusen Zustand von Vorfreude, Unsicherheit und Anspannung als wir um 7 Uhr am Freitag am CRCLR Haus ankamen.

Der Check-In startete um 8.30 Uhr und Francisca und Andreas, die sich ins Check-In Häuschen gequetscht hatten, begrüßten die ersten Gäste, die tatsächlich schon kurz nach dem Start eintrafen. „Der frühe Vogel…“ oder so heißt das wohl. Offensichtlich war der Caterer kein früher Vogel, denn der Kaffee traf deutlich später als avisiert ein. Wir nahmen es mit Galgenhumor und hatten gleichzeitig Tränen der Rührung in den Augen, weil die ersten Gäste schon völlig begeistert von der Location schwärmten. Hach!

Was macht man bei einer Veranstaltung, in der weder Tische, Stühle oder Hocker an ihren erwartbaren Plätzen stehen? In der es so aussieht, als hätte eine Horde Verrückter mit den Sitzgelegenheiten gekegelt und sich mitten im selbstverursachten Chaos dann aus dem Staub gemacht? Nun, wenn man so toughe Teilnehmende hat wie wir, dann nehmen die sich einfach die herumgepurzelten Hocker und setzen sich. Tina Weikard, unsere Künstlerin, die das Intro machte, war sogar leicht irritiert, weil die Gäste sich so ordentlich hingesetzt hatten. Egal, dachte sie sich wohl und ließ mit einer kleinen Folge an Aufmerksamkeits- und Achtsamkeitssequenzen alle im Raum ankommen und sich bewusst werden, warum, wieso und wie es ihnen an diesem Ort und zu dieser Zeit ging. Ist ja ganz hilfreich, wenn man weiß, warum man wo ist und in welchem Zustand. Nach dem Intro waren alle gut vorbereitet und die Spiele konnten beginnen.

Sind die noch nicht fertig, oder was?

 

Als erste Keynote hatten wir bewusst Shelley Sacks für den Sektor Kunst gesetzt.

 

 

Um den Teilnehmenden ein kleines Verständnis für die Art von Kunst zu geben, von der wir reden, hatte ich in der Anmoderation für Shelley erklärt, dass wir – das priomy-Team in Personalunion mit den Kultur-Komplizen – nicht das Ergebnis (Bild, Foto, Skulptur, etc.) meinen, sondern den Prozess BEVOR das Ergebnis sichtbar wird. Dieser Prozess ist ein Prozess der Gestaltung und findet in uns selbst statt. Das Material in diesem inneren Prozess nennen wir und Shelley (seit 2014 sind Stefan, Heiko und ich Facilitators für das „Earth Forum“, ein Modul von Shelleys „University of the trees“) das „unsichtbare Material“, welches formbar ist.

 

 

Für uns wenig verwunderlich zog Shelley alle Teilnehmenden in ihren Bann und berührte jedeN EinzelneN mit dem, was sie sagte. Man hätte die berühmte Stecknadel zu Boden fallen hören können, so aufmerksam war die Stimmung im Raum. Unfassbar toll und beindruckend.

 

 

 

Um diesen reich gefüllten Raum, den Shelley geschaffen hatte, noch ein wenig zu halten, luden wir die Teilnehmer nach Ende des Vortrags ein, einen Moment das Gehörte in sich zu sammeln und zu bewegen. Ich finde immer, dass es sehr angenehm ist, wenn man nach einem reichhaltigen Input ein Mini-Zeitfenster zum Verinnerlichen hat. Nun ging es weiter mit dem ersten Stream Workshops und Sessions.

Im ersten Stream liefen die Workshops von Julia Culen/Christian Mayhofer und vom CRCLR Haus Team sowie Sessions von Marija Radtke und HRPepper, die auch einen Ausstellerstand bei uns hatten. Unseren (Un)Messebereich – eine Lounge, in der nicht jeder hinter seinem Stand ausharrte, sondern es sich zum gemeinsamen Austausch gemütlich machen konnte – teilten sich HRPepper, der Unternehmensgrün Bundesverband, auio.tv und agorum® Software. Stefan Röcker war am Nachmittag noch für einen agorum-Workshop über deren innovativen Bewerbungsprozess eingeplant.

 

Na, schon mal so einen Ausstellerbereich gesehen?

 

Julia und Christian hatten die Ergebnisse ihrer Studie „Generation Angst“ schon zuvor im Blog der Unternehmensdemokraten veröffentlicht und stellten die Ergebnisse nun live vor. Ihr Workshop „Generation (A)ngst – eine junge Generation mit null Bock auf unsere Version der „new world of work“ wurde schon im Vorfeld am stärksten nachgefragt. Ergänzend zum Blogbeitrag ergaben sich weitere spannende Anknüpfpunkte, bei denen man weiterdenken konnte.

 

Alice Grindhammer vom CRCLR Haus stellte in ihren Workshop den Prototyp des CRCLR Haus vor und sprach über das Konzept der Kreislaufwirtschaft in der Café-Lounge.

 

Marija Radtke hatte in der Vorabplanung eine ähnliche Anzahl an Anfragen wie Julia Culen und fand mit ihrer Session „Freiheit, Zukunft, New Work & Co – besser ohne Angst – lieber mit Neugier und Vertrauen“ etliche eifrige Teilnehmende.

 

Die Jungs und Mädels von HR Pepper waren zugleich Aussteller und Sessiongeber:

 

 

Wie beim Barcamp auch, dauerten unsere Workshops und Sessions 45 min plus 15 min Pause. Nach jedem Workshop/Session-Stream folgte eine Keynote. Beim Raumwechsel während der 15 min Pause kamen die Teilnehmenden zurück ins Plenum. Da die Workshopräume nicht abgeschlossen war, sondern in der CRCLR Halle stattfanden, fühlte es sich nach den Streams so an, als ob in einem riesigen Bienenstock alle Bienen fleißig und emsig umherwuselten. Es schien, als ob unsere Teilnehmenden bereits dabei waren, den „social honey“ zu produzieren, von dem Shelley zuvor in ihrem Vortrag gesprochen hatte.

 

 

Die halboffene Workshopsituation war gefühlt nicht optimal. Wir selbst hatten den Eindruck, dass der Lautstärkepegel – zumindest im ersten Stream – zwischen den beiden gegenüberliegenden Workshops von Julia und Marija zu hoch war. Einige Kritikkarten in unserer Feedbackkiste bestätigten unseren Eindruck. Wird im nächsten Jahr bei der #NKNA19 anders.

Die zweite Keynote hielt unser Gast Jason Brennan, Autor von „Gegen Demokratie“. Sein Vortrag konnte nicht unterschiedlicher zum ersten Vortrag sein. Jason kommt aus der akademischen Ecke und entsprechend hatte er seinen Vortrag angelegt, mit dem er einige seiner Thesen aus seinem Buch beschrieb. Bei einigen Teilnehmenden rief er einen hohen Widerstand hervor. Zugegebenermaßen hatten wir das ein bisschen erwartet, vielleicht sogar gehofft, denn oft entsteht aus solchen Widerstandssituationen auch etwas tolles Neues und Jasons Thesen sind nicht jedermanns/fraus Geschmack und keine leichte Kost. Er selbst war von der Veranstaltung beeindruckt – offensichtlich kannte er solche Formate noch nicht. Später lauschte er andächtig dem Vortrag von Jessica Wigant und unterhielt sich längere Zeit sehr angeregt im Ausstellerraum mit unserem auio.tv-Team, Jan-Frederik und Lisa, die eine Lernplattform für Autisten geschaffen haben.

 

 

Jasons Vortrag bewegte auf jeden Fall und es gab nicht Wenige, die sich danach noch über seinen Vortrag austauschten.

 

 

Nach seinem Vortrag nahmen die meisten erst mal die Gelegenheit zum Verschnaufen und Netzwerken beim vegetarisch/veganen Mittagssnack wahr. Einige beteiligten sich an der Co-Creation unserer Installation „RED“ oder hielten einen Moment bei der „Ecriture automatique“ inne.

Beim Automatischen Schreiben einen Moment Ruhe finden.

 

Dieses war der erste Streich, den zweiten Teil könnt ihr ab 21.06.2018 hier lesen: https://www.lean-knowledge-base.de/die-1-unkonferenz-unseres-priomy-teams-rueckblick-2-teil/

Bis bald, love and peace for all landing souls

Herzliche Grüße
Daniela

 

Erste Fotos zur Veranstaltung gibt es übrigens hier: https://priomy.events/home/ablauf/firstreview/

Bei Twitter findet ihr die 1. (Un)Konferenz unter den Hashtags: #NKNA18 und #priomy18

 

 

1 Antwort
  1. Christine
    Christine sagte:

    Ganz großes Kompliment was ihr geschaffen habt! Und ich war nicht dabei. Schnief! Der schnöde Mammon hilt mich ab, obwohl ganz wenig, aber (noch) zu viel. 3 Monate stand das Event in meinen XING-Events. Ein mega #grünerWeg. Ein Beispiel für mich. Und das nächste mal bin ich als Speakerin dabei. Ich hatte wohl Angst vor der Freiheit mit der 2. Gründung. Sorry. Ich trainiere …

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