Die übliche Sicht auf eine Entlassung zeigte sich bei unsrem zweiten potentiellen Kunden. Es war der zweite, mit dem wir von priomy ein Kundengespräch zur Entwicklung unseres damals noch nicht vorhandenen „Minimal Viable Product“ führten, einem Prototypen mit minimal möglichem Funktionsumfang. Dieser potentielle Kunde lässt sich in gebührender Kürze so beschreiben: Wissensbasierte Dienstleistung, gut 100 Mitarbeiter*innen, deutlich entwickelte Selbstorganisation seit geraumer Zeit. Ich saß seinerzeit mit Arne Reis, als er noch in der Gründungsphase mit im Boot war, zusammen mit dem Geschäftsführer dieses Unternehmens und drei seiner Mitarbeiter. Wir stellten unser Konzept und unsere avisierten Dienstleistungen vor – und kamen irgendwann auf das Problem der Entlassungen in dieser Firma.

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Zuerst dachte ich, ich hätte mich verlesen: „Chefs abschaffen? Nein, danke!“, stand im Titel eines Xing-Klartext-Artikels von Silke Masurat, GF vom Zentrum für Arbeitgeberattraktivität. Stolze 26 Kommentare stapelten sich darunter, 71 Personen stimmten dem Artikel zu (Stand 05.08.18). Hört sich vielleicht gar nicht so viel an, aber im Totenschiff Xing (Achtung, das ist ironisch gemeint – muss man ja heutzutage dazuschreiben) bemerke ich sonst eher wenig Reaktion auf irgendeine Meldung.

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Liebe Leserin, lieber Leser – selbstbestimmte Arbeit ist immer auch eine Herausforderung an ein gutes Selbstmanagement. Wer seine Arbeit liebt, läuft Gefahr, sich selbst auszubeuten, Tag ein, Tag aus zu arbeiten, natürlich auch am Wochenende, denn es macht ja Spaß. Gesund ist das jedoch nicht auf Dauer. Deshalb achten wir bei priomy auch auf eine angemessene Auszeit hie und da.

Jetzt ist es soweit: Ab heute bis zum 31. Juli einschließlich werden wir keine Posts veröffentlichen. Es geht mit dem nächsten Beitrag am 07. August weiter. Bis dahin wünschen wir von priomy Euch eine tolle, entspannte und erfrischende Sommerpause.

Herzlich im Namen aller priomys

Andreas

 

Beitragsbild: © Andreas Zeuch

Wie Daniela im Blogpost zu ihren Installationen „Red“ und „Ecriture Automatique“ ankündigte, beschreibe ich in diesem Artikel meine Installation „Radfahren“. Die Idee dazu kam mir bei der Lektüre von Erich Fromms „Die Furcht vor der Freiheit“. Die Ähnlichkeit des Buchtitels zum Titel unsere Konferenz ist dabei kein Zufall. Der Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe Fromm setzt sich in seinem Buch damit auseinander, was passiert, wenn Menschen aus Konstrukten befreit werden, die ihnen gleichzeitig Sicherheit geben und Grenzen setzen. Sein darin beschriebenes Konzept des autoritären Charakters erinnert mich stark an das Bild des „Radfahrers“, der nach oben buckelt und nach unten tritt.

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Am 25.06. veröffentlichte Alexander Klier von Beck et al. Services seinen Rückblick auf unsere 1. (Un)Konferenz Neue Konzepte für Neue Arbeit am 15.06. in Berlin. Wir von priomy freuen uns sehr über diese ausführliche, differenzierte und konstruktive Würdigung unsrer Veranstaltung. Da Alexander dankenswerter Weise nicht nur lobende Worte, sondern auch eine differenzierte, konstruktive Kritik äußerte, möchten wir nun an dieser Stelle auf seine Reflexion eingehen.

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Kunst erklärt man ja besser nicht. Zumindest ist das meine Auffassung. Ich bin bei diesen angeleiteten Museumsbesuchen per Audioguide ein bisschen ambivalent. Einerseits, weil ich denke, dass man und frau sich doch die Freiheit gönnen sollte, die eigenen Gedanken zu einem Kunstwerk zuzulassen. Nicht alles, was im Museum hängt oder steht muss mir was sagen oder mich berühren.

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Geschafft! Ich kann es kaum glauben, aber unsere 1. (Un)Konferenz mit dem Titel „Die Angst vor der Freiheit“ ist vorbei. So muss es sich anfühlen, wenn sich alles in einer supermassive black hole verdichtet und verschwindet – Wochen und Monate voll intensiver Arbeit auf einen Punkt komprimiert werden und der sich plötzlich auflöst. Wow!

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Karriere! Früher war keineswegs alles besser. Aber vieles klarer, weniger vieldeutig und ambivalent. Früher, da ging es im Beruf häufig darum, Karriere zu machen. Die wichtigste Voraussetzung, damit das überhaupt möglich war, lag in in einer entsprechend vielstufigen Hierarchie. Wer Karriere machen wollte, musste also prinzipiell in eine Firma, die ausreichend Aufstiegschancen bieten konnte. Da waren dann zwölf Hierarchiestufen aussichtsreicher als vier oder fünf. Aber wie steht es denn um die Karriere, wenn es gar keine fix definierten Führungspositionen mehr gibt, außer vielleicht der Geschäftsführung und dem Vorstand? Was ist dann mit der Karriere?

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Eine leise Polemik

„Arbeiten 4.0 ist eine Riesenchance für Frauen. Alte Hierarchien werden aufgebrochen und weibliche Fähigkeiten, wie Kooperation und Empathie, werden wichtig für Führungskräfte.“ – so oder so ähnlich lautete ein Satz, den ich selbst vor ein paar Monaten in eine Diskussion geworfen hatte. Es war eine reine Frauenrunde bei einer der gefühlt tausendsten Veranstaltung zum Thema „Digitalisierung“. Wie immer war von „der“ Digitalisierung die Rede und wie immer beschränkte sich das Verständnis von Digitalisierung auf den technischen Part. Schlimm genug, aber dieses Missverständnis soll diesmal nicht Thema sein.

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Es war eine scheinbar sonderbare Szene: Bei der Bewerbung fürs Boston Symphony Orchestra spielten die Bewerber*innen nicht  für alle anderen Orchestermitglieder gut sichtbar wie bis dahin weltweit üblich. Diesmal war ein kleines entscheidendes Detail anders: zwischen den Bewerber*innen und allen anderen gab es einen Vorhang. Niemand, wirklich niemand aus dem Orchester konnte wissen, wer da gerade geigte, auf die Pauken haute oder ins Horn stieß. Und warum das Ganze? Eine seltsame Obsession der Orchesterleitung? Nun, vielleicht verdeutlichen die Ergebnisse den Hintergrund. Bis zu dem Tag des Vorhangs lag der Frauenanteil der 10 wichtigsten US amerikanischen Orchester bei durchschnittlich fünf Prozent. Der Vorhang machte Schule. Heute sind es knapp 40%.

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